Sonntag, 27. April 2008

"haben sie angst vor dem altwerden?"

ja, definitiv ja!! mit zwei ausrufezeichen!!
seit ich meine alt gewordene mutti betreue/pflege, kann ich nur noch mit ängstlichkeit dran denken, wie ich wohl sein werde, wenn ich "alt" bin.
hoffentlich bleibt mir erspart, was sie mit sich selbst grad erlebt. nämlich mitzukriegen, wie das denkvermögen sich stück für stück verabschiedet. die unmittelbare vergangenheit verblasst sofort, verschwindet im nebel, aber das verschwinden ist nicht so vollkommen, daß sie es nicht mehr merkt.
für eine frau, die ihr ganzes leben lang stark und selbstbestimmt war, ist es verdammt schwer, morgens im bad zu stehen und nicht mehr zu wissen, wie sie dort hin gekommen ist und was sie da eigentlich will.
sie war immer aufgeschlossen, tolerant und optimistisch. ich glaube, das gibt ihr die kraft, jetzt anderen die führung (ihres lebens) zu überlassen, ohne daran zu zerbrechen, depressiv zu werden oder agressiv.

ich lerne grad so viel, obwohl es sowohl ihr als auch mir schwer fällt und weh tut. sie musste lernen, hilfe anzunehmen, ich musste lernen, hilfe geduldig zu geben. wir beide knabbern dran, es ist nicht leicht.
aber ihr sinn für humor, ihre bescheidenheit und ihr optimismus sind einfach unschlagbar!

sei's drum! für mich würde ich mir wünschen, nicht sehr alt zu werden. zu meinem wohle wie für diejenigen, die sich mit mir rumschlagen müss(t)en.

Kommentare:

  1. und weisst du was,

    ich hab den allergrößten Respekt vor Menschen die DAS können a) Menschen so betreuen, dass es "würdig" ist und b) vor Menschen, die es schaffen, diese Hilfe auch anzunehmen.

    ganz ehrlich - ich danke dem lieben Gott dafür, dass meine Eltern noch so rüstig sind und ich hoffe und wünsche mir, dass das noch lange so bleibt.

    Süße, ich drück dich unbekannterweise ganz fest und du hast meine volle Bewunderung, wie du alles "unter einen Hut" bekommst.

    Grüße Bianca

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  2. hi, bianca
    danke für dein liebes posting.

    weißt du, ich dachte auch nie, das ich das kann. aber wenn es nötig ist, kann man so manches. man macht's einfach.
    und ich muss mich nicht alleine um alles kümmern, wir haben eine ganz tolle hilfe, gottseidank.

    ein drückerle zurück
    claudi

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  3. Liebe Toffi, das hast Du so gefühlvoll nieder geschrieben, traurig und fast wieder schön.
    Weil jeder von Euch Betroffene eine neue Erfahrung für sich selbst macht, die er jetzt tief in seinem Herzen drin hat.Ich ziehe bewundernd den Hut vor Dir.
    Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute, viel Kraft und Mut, und Deiner Mutti nach wie vor ihren Humor.
    Alles Liebe, Jade

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