Samstag, 7. März 2009

zwischenbilanz

nach 3 monaten "single"-leben ist es zeit für eine kleine zwischenbilanz.

die erste zeit des allein-lebens war schwieriger als ich es mir vorgestellt hatte. ich war zwar nie der mensch, der die feiertage im kreise der familie total genießt, auskostet und nicht genug davon kriegen kann, aber weihnachten und silvester so ganz allein zuhause zu sitzen war ungewohnt. das hatte es ja auch die letzten 15 jahre (wenn nicht sogar länger) nicht mehr gegeben. mich überfiel also der winter-blues. ich war traurig und tat mir selber leid. und wie!
das hielt 3 tage an, dann war's vorbei.

und von da ab ging es eigentlich stetig bergauf. mir ging es immer besser in meiner kleinen wohnung ohne den mann.
klar gab es rückschläge. der art, daß ich mich tierisch aufgeregt habe, wenn der gatte einfach für ein wochenende mit seinen kumpels auf eine hütte verschwand, ohne mir was davon zu sagen. immerhin lebt töchterchen bei ihm, und sie ist mit ihren (fast) vierzehn jahren meiner meinung nach noch nicht alt genug, um ein ganzes wochenende unbeaufsichtigt zu sein.
nun ja, ich hab mich darauf eingerichtet und frage seit dem immer meine tochter, ob und wann der papa nach hause kommt. wenn's spät (oder garnicht)wird, ist sie bei mir. wie auch sonst gottseidank oft. zum hausaufgaben machen zum beispiel, oder zum essen. wenn ich's mir recht überlege, ist sie eigentlich nur zum schlafen "daheim", denn da ist bei mir einfach zu wenig platz in einer 1-zimmer-wohnung. da ich aber im gleichen haus wohne wie der gatte, muss sie nicht wirklich weit gehen, wenn sie abends "nach hause" will.

wie gesagt, es geht mir immer besser. ich hab mein eigenes kleines reich, in dem ich zufrieden lebe. ich komme mir nicht mehr vor wie der putzlappen der familie, mit dem man nicht reden muss (außer man sucht irgendwas). ich muss mich nicht ständig ärgern über dinge, die der gatte verbockt und mir verschwiegen hat. es geht mir nicht mehr an die nerven, wenn der mann nach der arbeit erst mal ein paar stunden in der kneipe verschwindet, bevor er angeschickert nach hause kommt, um gleich auf dem sofa einzuschlafen.

ich bin zufrieden und recht glücklich mit meinem leben, so wie es jetzt ist. ich vermisse nichts von dem, was ich hatte, und nur sehr wenig von dem, was ich hätte haben wollen. es ist einfach gut.

1 Kommentar:

  1. Ich kann das Auf und Ab der emotionalen Befindlichkeit gut nachfühlen! Sein eigenes Leben neu zu gestalten ist nicht einfach. Deshalb ein BRAVO dafür, dass du dich nach nur 3 Monaten schon so gut mit dir selbst eingerichtet hast!
    LG, Katarina

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