Montag, 8. Juni 2009

sorgenposting

muttchen macht mir sorgen. es geht ihr ja schon eine weile nicht so gut. noch vor 2 wochen ist sie tagsüber normalerweise in ihrem lehnstuhl gesessen. jetzt holen die pflegekräfte sie nur noch selten aus dem bett. sie hat einfach zu große schmerzen, wenn sie sich bewegen soll.
durch das viele liegen hat sich nun ein dekubitus entwickelt, der natürlich auch weh tut und trotz guter versorgung nicht heilt.
sie mag außer suppe nix mehr essen, und suppe auch nur noch löffelchenweise. alleine essen geht gar nicht mehr.

das alles wäre nicht soo schlimm für mich, es ist einfach der lauf der dinge. es geht bergab. langsam zwar, aber stetig. gestern allerdings, als ich nach ihr gesehen hab, hat sie mich nur mit offenem mund und leeren augen angesehen. ich glaube nicht, daß sie mich erkannt hat. das war schon ein schock, denn so gebrechlich sie auch ist, war sie doch immer ansprechbar, hat geredet und auch mit mir gescherzt.
gestern aber hat sie nicht geantwortet, nur geschaut, als wolle sie sagen : was will denn die fremde hier.

heute ist es wieder besser. sie lacht und spricht mit mir. aber trotzdem, ich krieg ihren leeren blick nicht mehr aus dem kopf. ende juni wird sie 96 jahre alt. wird sie ihren geburtstag noch erleben?
ehrlich, ich weiß nicht mal, ob ich ihr wünschen soll, daß sie ihn noch erlebt. das mag hart klingen, aber wer ihren blick gesehen hat, weiß, was ich meine...

Kommentare:

  1. Hier das Richtige ist sehr schwer zu schreiben - Jeder geht damit anders um, jeder hat seine ganz eigenen Erfahrungen und auch Denkweisen. Es hilft dir wenig, wenn wir alle schreiben, dass es uns leid tut - auch deiner Mum hilft das nicht. Vielleicht hilft es dir aber, wenn ich schreibe, dass meine Gedanken ganz fest bei dir und deiner Mum sind. Und wenn wir unser aller lieben Gedanken bündeln, kommt vielleicht für dich und deine Mum eine Menge Kraft dabei herum. Kraft dir / euch zu helfen durch diese Zeit zu kommen, egal was sie bringen mag.
    Ich schicke dir auf alle Fälle alle Power, die ich noch irgendwo auftreiben kann - ganz viel Sonne und Umarmungen.
    Liebe Grüße bigi
    PS: Der Blick wird dich noch eine Weile verfolgen... ;o(

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  2. oh, es geht mir nicht um kommentare. ich musste mir das nur mal "aus dem kopf schreiben". dafür ist mein blog schließlich auch da. ich mach das zwar selten, aber manchmal muss es eben sein.

    lass dich drücken für dein mitgefühl, und danke für das power-päckchen *knuddel*

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  3. ... ja das mag für manchen hart klingen, aber ich weiß was du meinst - manchmal hofft man auf Erlösung für den Menschen der leidet, auch wenn das heißt den Menschen den man liebt zu verlieren.
    Wie Bigi schon sagt, mit solchen Dingen geht jeder anders um und auch sonst kann ich ihr nur zustimmen. Ich drück dich und wünsche euch Kraft für das was kommt.

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  4. Hallo Claudia,

    ich bin in Gedanken bei dir.

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  5. Ach, ... das ist wirklich der Lauf der Dinge, aber dennoch immer wieder traurig. Über 90 ist aber auch schon ein sehr langes Leben, aber es ist natürlich nie lange genug. Man kann ihr nur wünschen, dass sie noch viele schöne Tage hat und dass alles so kommt, wie sie sich selber das wünscht.

    Dass es für dich sehr schwer ist, kann ich gut verstehen.

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  6. danke, ihr lieben. euer mitgefühl tröstet...

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  7. Ja, Abschied nehmen ist schwer, ich weiß. Aber es ist halt wirklich der Lauf der Dinge. Und es ist halt die Mama, egal wie alt. Ich wünsche Dir Kraft und Trost in dieser schweren Zeit.
    Liebe Grüße von Ruthie

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  8. Liebe Claudia, alles was man dazu sagen kann, wurde schon geschrieben. Ich drück Dich einfach nur ganz fest.
    LG Josefine

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  9. Liebe Claudia,
    Abschiednehmen von der eigenen Mutter fällt wohl immer schwer. Manchmal scheint mir, alte Menschen ziehen sich immer mehr in sich selbst zurück. Ihr Blick erscheint uns dann "leer"; aber möglicherweise ist der Blick ja auch nach innen gerichtet. Das mag eine Erklärung und vielleicht auch ein Trost sein. Geniesse die wachen und heiteren Phasen mit ihr, solange sie währen. Lass dich umarmen!
    Herzliche Grüsse,
    Katarina

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